Mordak ist kein persönlicher Name, sondern ein verfluchter Titel, der in der Geschichte von Orsia mit Tragödie, gebrochenen Eiden und dunkler Macht verbunden ist. Der Titel wird von Individuen getragen, die einst Pfaden der Gerechtigkeit folgten, aber durch tiefes persönliches Leid davon abkamen. Der Ursprung des Titels scheint eng mit dem Schicksal des Kloster der Standhaften Hand verknüpft zu sein.
Das Phänomen des Mordak-Titels
Der Titel Mordak bezeichnet ein wiederkehrendes Phänomen, das historisch mit gefallenen Anhängern des Gottes Tyr assoziiert wird. Es handelt sich nicht um einen direkten Fluch oder eine magisch übertragene Bürde. Stattdessen beschreibt der Titel Individuen, die ursprünglich der Gerechtigkeit dienten, jedoch aufgrund tiefgreifender persönlicher Krisen – wie schwerem Verlust, Verrat oder fundamentaler Desillusionierung – ihren heiligen Eid an Tyr brachen.
Dieser Bruch führt dazu, dass sie den Pfad eines Oathbreaker Paladins einschlagen. Es ist ein festgestelltes Muster, dass nach dem Tod oder Verschwinden eines Mordak-Trägers oft ein anderer, ebenfalls gefallener Anhänger Tyrs diesen Titel annimmt. Es besteht jedoch nicht zwingend eine Verbindung zwischen dem vorherigen Mordak und dem Fall seines Nachfolgers; der Tod des einen ist nicht die Ursache für die Entstehung des nächsten. Der Ursprung ihres Bruchs mit dem Eid liegt ausschließlich in ihrer persönlichen Verzweiflung und der Abkehr von ihren früheren Idealen.
Die genaue Ursache für dieses wiederkehrende Muster ist unbekannt. Es existieren verschiedene Theorien: Einige vermuten eine Manipulation des Schicksals durch einen rivalisierenden Gott, um Tyrs Anhänger zu schwächen. Andere vermuten eine unbeabsichtigte Konsequenz von Tyrs eigener Natur der absoluten Gerechtigkeit. Eine weitere Theorie betrachtet es als eine unerklärliche kosmische Konstante.
Bekannte Träger des Titels
Kael Sorian
Einer der bekanntesten, wenn auch tragischen, Träger des Titels war Kael Sorian. Ursprünglich ein Mönch im Kloster der Standhaften Hand, war er für seinen unerschütterlichen Sinn für Gerechtigkeit und Gesetzestreue bekannt. Bruder Anselm war nicht nur sein Mentor, sondern auch ein enger Freund. Sein Fall wurde durch ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit ausgelöst: Kael wurde Zeuge eines Mordes, der jedoch durch den Einfluss des Täters vertuscht und als Unfall abgetan wurde. Schlussendlich wurde Kael sogar fälschlicherweise selbst beschuldigt. Dieses Ereignis zerstörte seinen Glauben an die etablierte Ordnung und führte dazu, dass er seinen Eid brach und den Titel Mordak annahm.
Als Mordak entwickelte Kael eine extrem rigide und unbarmherzige Auslegung von Gerechtigkeit. Er betrachtete sich als alleinigen Vollstrecker des Urteils und schreckte nicht davor zurück, selbst für geringfügige Vergehen die Todesstrafe zu verhängen. Ein Beispiel hierfür war die öffentliche und emotionslose Hinrichtung eines diebischen Kindes in Betford, das in Panik ein Messer gezogen hatte. Sein Ende fand Kael Sorian im Jahr 822 aAG, als er versuchte, das Artefakt Animus, die Seite des Verstandes im Kloster der Standhaften Hand vor einem Magier des Kult Vecnas zu schützen. Während des Kampfes im Altarraum des Klosters wurde er vom Kultisten besiegt und in den darunterliegenden Abgrund geworfen (Der Verrat im Orden).
Garric Tarros
Der letzte bekannte Träger des Titels war Garric Tarros. Einst war er der fürsorgliche Abt des Kloster der Standhaften Hand, der sich um die dort lebenden Waisenkinder und Mönche kümmerte und selbst einen Sohn hatte. Sein Leben nahm eine tragische Wendung während desselben Angriffs des Kult Vecnas, der auch Kael Sorian das Leben kostete. In dem Chaos opferte sich Garrics Sohn, um seinen Vater vor einem tödlichen Angriff des Kultistenmagiers zu retten.
Überwältigt von Trauer, dem Gefühl, von seinem Gott Tyr verlassen worden zu sein, und erfüllt von bitterem Zorn, verfluchte Garric Tarros seinen Glauben und brach seinen heiligen Eid. In seiner Verzweiflung griff er nach Animus, die Seite des Verstandes, die durch den Kampf freigelegt worden war, und nahm den Titel des neuen Mordak an (Der Verrat im Orden).
Als neuer Mordak, getrieben von seinem Verlust und dem verdrehten Wunsch nach einer absoluten, erzwungenen Ordnung, verbündete sich Garric mit dem Leichendämon Mortifer. Er nutzte die Macht von Animus, um in der Emerald Mansion eine gewaltige Armee aus Goblins (Mordaks Armee) aufzustellen. Sein Ziel schien es zu sein, durch Kontrolle und Furcht eine Art von “Sicherheit” zu erzwingen, möglicherweise auch, um das gesamte Grimoire der Dunkelheit zu finden. Sein Wesen wandelte sich zu dem eines mächtigen Death Bringer Blackguard, der auch Mortifers Kräfte nutzen konnte. Ein Nebeneffekt der konstanten mentalen Belastung durch Animus war, dass er schien seinen Verstand zu verlieren. Seine Herrschaft endete jedoch, als er und Mortifer von einer Gruppe Abenteurer, bestehend aus Yayx Synnevere, Orin Eisenbart und Galadir Thalorian, in der Emerald Mansion konfrontiert und besiegt wurden (Fall von Mordak und Mortifer). In seinen letzten Momenten zeigte Mordak Anzeichen von Reue über seine Taten und die Gier, die ihn verzehrt hatte. 