Grakkle ist ein geisterhaftes Wesen und der historische ehemalige Häuptling des antiken Goblindorfes Mudburry in der Region Corien (Bosia). Im Gegensatz zum späteren, oft isolierten Bild seiner Spezies galt Grakkle als hochgradig zivilisiert, da Goblins in seiner Geburtsära weitaus stärker in die interkulturellen und sozialen Strukturen der Welt eingebunden waren. Nach dem Untergang seines Dorfes wachte er für über 3000 Jahre als Geist über die unterirdischen Ruinen, bis er im Jahr 827 aAG durch eine fachgerechte Bestattung endgültig seine letzte Ruhe fand.

Status: Verstorben (Antike), als Geist erlöst (827 aAG).


Leben und Herrschaft in der Antike

Zu Lebzeiten führte Grakkle den Stamm von Mudburry mit ausgeprägter Weitsicht und Fürsorge. Aufgrund einer schweren physischen Verletzung war er an einen hölzernen Rollstuhl gebunden. Er trug traditionell eine Halskette aus Tierknochen, die seinen Status als Häuptling markierte.

Seine Herrschaft fiel in eine Epoche, in der Goblins sozial und politisch deutlich stärker in die umliegende Welt integriert waren. Diese zivilisierte Prägung zeigte sich besonders in seiner diplomatischen und kooperativen Haltung gegenüber Fremden. Als das Dorf in der Antike von dem korrumpierten Goblin [Skorg] und einer riesigen Fledermaus terrorisiert wurde, empfing Grakkle eine Heldengruppe aus Farnworth. Nach der Rettung des Dorfes gewährte er den Fremden als Zeichen des Dankes Zugang zum heiligsten Artefakt des Stammes, der Antimagit-Tafel.


Tod und Dasein als Geist

Zu einem historisch nicht exakt datierten Zeitpunkt wurde Mudburry zerstört und verschüttet. Grakkle wurde auf dem Dorffriedhof beigesetzt, wobei seine physischen Überreste samt seines Rollstuhls im Laufe der Jahrtausende versteinerten.

Sein Geist blieb jedoch an die Ruinen gebunden. Grakkle manifestierte sich als spektraler Wächter, um sicherzustellen, dass die gefährliche zentrale Kammer – in der der Blutgoblin [Vraak] versiegelt worden war – nicht geöffnet wurde. Über die mehr als drei Jahrtausende währende Isolation verlor Grakkle jedoch den Großteil seiner Erinnerungen an sein früheres Leben und die exakten historischen Zusammenhänge. Er fand in dieser Zeit die im Wald über den Ruinen isoliert lebende Goblin Zara, spendete ihr Trost und stand ihr jahrelang als unsichtbarer Vertrauter bei.


Die Ausgrabung von Mudburry und letzte Ruhe (827 aAG)

Als im Jahr 827 aAG eine archäologische Expedition unter der Leitung von Alyndra Dawnfall die Ruinen freilegte, wurden Grakkles Grab und seine versteinerten Überreste von den Arbeitern unsachgemäß aufgewühlt.

Mit dem baldigen Eindringen der Expedition in die letzte Kammer spürte Grakkle, dass seine Zeit als Wächter endete. Er erschien seiner langjährigen Begleiterin Zara ein letztes Mal, um sich endgültig von ihr zu verabschieden und sie aus der Gefahrenzone fortzuschicken.

Kurz darauf erreichte die von Dawnfall angeheuerte Söldnergruppe den geschändeten Friedhof. Der zwergische Kleriker Maldek Boulder nahm sich der aufgewühlten, versteinerten Leiche an und bestattete Grakkle wieder ordnungsgemäß unter Durchführung der angemessenen Riten. Durch diese respektvolle Geste erschien Grakkle der Gruppe noch ein letztes Mal. Obwohl sein Gedächtnis stark fragmentiert war, teilte er sein verbliebenes Wissen über die Ruinen mit ihnen und erteilte offiziell die Erlaubnis, die heilige Tafel zu untersuchen.

Durch Maldeks fachgerechte Bestattung und die Gewissheit, dass die Tafel nun von fähigen Gelehrten untersucht werden würde, löste sich Grakkles jahrtausendelange Bindung an die Ruinen, und sein Geist fand schließlich die letzte Ruhe.